Das Thema Unternehmensnachfolge kann in jedem Unternehmen einen Sturm aus Zweifeln und Verlustängsten aufwirbeln, der ruhige Gewässer in tobende Meere verwandelt. Wenn jedoch die Sterne günstig stehen und die ältere Hand das Steuer ruhig und entschlossen an die Jüngere abgibt, dann können die Wellen noch so hoch zusammenschlagen: Das Schiff Autohaus Wiemer segelt mit frischem Wind in die Zukunft.

 

Das war unsere Antwort auf die Frage: „Warum haben wir den Ludwig verdient?“

Am Ende überzeugten diese und weitere Antworten im Fragebogen des diesjährigen „Ludwigs“ – der Mittelstandspreis der Region Bonn/Rhein-Sieg – die Jury:

Das Autohaus Wiemer wurde für die Beste Unternehmensnachfolge 2019 honoriert.

 

Eine Ehre, die mit unserem Jubiläum zusammenfällt. Dieses Jahr können wir auf 90 Jahre Familiengeschichte zurückblicken.
Das Autohaus Wiemer entstand aus der Schmiede, die Urgroßvater Wilhelm Wiemer im Jahr 1929 in Niederkassel-Rheidt gründete. Im Jahr 2019 steuert mit Max Wiemer als Kapitän nun bereits die 4. Generation das Schiff. Mit seinen 28 Jahren ist er genauso alt wie es sein Urgroßvater war, als er damals die Schmiede eröffnete.

 

Eine interne Unternehmensnachfolge erscheint Außenstehenden oft als „natürlichen Lauf der Dinge“, die ohne große Schwierigkeiten über die Bühne gehen sollte. Doch obwohl  - oder besonders weil - die Nachfolge innerhalb der Familie geregelt wird, stehen interne Nachfolgen oft vor besonderen Herausforderungen - vom Generationsunterschied über Machtdynamiken bis zu Erbregelungen.

Umso wichtiger ist es positive Beispiele hervorzuheben. Wir sind stolz darauf, als Autohaus Wiemer solch ein Vorbild für die Region sein zu können. So lobte auch IHK-Geschäftsführer Bernhard Mensing uns in seiner Laudatio als „klassische, familieninterne Übernahme, die vorbildlich vollzogen wurde“.

 

Den fließenden und sehr unaufgeregten Wechsel zwischen der 3. und 4. Generation der Geschäftsführer beschreibt Max Wiemer wie folgt:

„Der Übergabeprozess begann sehr früh mit dem Umzug nach Troisdorf und der Modernisierung des Autohauses, sobald feststand, dass ich die Firma übernehmen werde. Die Ausbildung habe ich im eigenen Betrieb gemacht, bevor ich in Calw und Koblenz meinen Meister und KFZ-Betriebswirt erlangte. Danach haben mein Vater und ich begonnen gemeinsam den Betrieb zu leiten. So habe ich neben dem technischen Grundwissen alles zum Thema Unternehmensführung direkt von ihm gelernt. Zusätzlich nehme ich auch eine Vielzahl an Lehrangeboten für junge Nachfolger seitens Ford in Anspruch.

Unsere Mitarbeiter und Kunden haben die Nachfolge live und jeden Tag begleitet, da mein Vater mir mit der Zeit mehr und mehr Aufgaben übergeben hat. Die aktive Übergabe hat einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren in Anspruch genommen und liegt jetzt auch schon drei Jahre zurück. Derzeit ist mein Vater nur noch sehr sporadisch im Unternehmen präsent und genießt ansonsten seinen Ruhestand.“

 

Wir danken der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Austragung des Wettbewerbs und gratulieren allen anderen diesjährigen Ludwigs!

 

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Für weitere Infos zum Ludwig, hier entlang.


Foto: Jo Hempel
(von l. nach r.: Dr. Christine Lötters (SCL), Bernhard Mensing (IHK), Max und Lena Wiemer, Regina Rosenstock (IHK)

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